Wiesenburger Blumenmarkt 2018

Eva Loth

In diesem Jahr hörte man auf dem Wiesenburger Blumenmarkt oft auch polnische Wörter. Erstmalig waren nämlich Händler aus der Partnergemeinde Lwowek vertreten. Der Bürgermeister der Stadt betreibt mit seiner Frau einen kleinen Gartenbaubetrieb und bot in Wiesenburg Blumendünger und Sämereien an. „Der ist wirklich gut“, sagt Irene Liero aus Reetz. Selbst aus Polen stammend, bringt sie sich den Dünger sonst immer von Besuchen aus der alten Heimat mit, diesmal wurde sie hier fündig. Der Wagen mit Käsespezialitäten und Geräucherten war ständig belagert und das polnische Blasorchester unterhielt die Besucher vor der Remise. Eigentlich öffnet der Blumenmarkt ja offiziell erst um 10 Uhr. Aber bereits kurz nach 9 fanden sich die ersten Hobbygärtner mit Körben und Taschen bewaffnet ein, um ja auch noch die Pflanzen zu bekommen, die sie sich ausgesucht hatten. Eine gute Stunde später standen Schlangen an den Ständen und es war kaum noch ein Durchkommen. Die Händler kamen nicht nur aus der Region, viele waren aus Sachsen/Anhalt angereist, um ihre Waren zu präsentieren. Wie Bernd Neubauer. Er führt nunmehr in 4. Generation eine Gärtnerei in Kakau in der Nähe von Wörlitz. Was anfangs eine typische Landgärtnerei war, mauserte sich im Laufe der Jahre zu einer Raritätengärtnerei. Seit fast 16 Jahren haben sie sich auf Kräuter und alte Heilpflanzen spezialisiert, die sie auch zum Blumenmarkt mitgebracht haben. Neben den typischen Kräutern, die jeder kennt, waren auch außergewöhnliche dabei. Neubauer und seine Kollegen legen beim Anbau und der Aufzucht Wert auf biologisches Gärtnern. Sie ziehen die meisten Pflanzen selbst und kaufen nur einige Exoten zu. In Wiesenburg/Mark sind sie schon lange präsent. „Bestimmt schon zum 10. Mal“, sagt Bernd Neubauer.

Auch Familie Haß und Familie Weißleder mit Pflegekind Laura aus Potsdam kommen schon seit 10 Jahren nach Wiesenburg. Der Termin wird extra frei gehalten, egal, wie das Wetter ist. Gemeinsam wird jedes Jahr ein Blumenkranz für Laura geflochten und fotografisch dokumentiert. Dabei sucht Laura sich die Blumen selbst aus. Die Familien kommen aber nicht nur wegen des Blumenmarktes, sie machen auch jedes Mal einen Rundgang durch den Park. „Schade, dass die Remise geschlossen ist“, bedauerten die Familien. Da hatten sie sonst immer einen Tisch zum Mittag reserviert. Überrascht reagierten sie auf die Mitteilung, dass dort seit 1. Mai wieder geöffnet ist – „wenn wir das gewusst hätten“, sagten sie. Anscheinend ist es noch nicht bis Potsdam durchgedrungen. Diejenigen, die es gewusst haben, haben es ausgenutzt. Es war schwer, in der Remise einen Platz zu finden. Aber es gab ja auch auf dem Markt direkt viel Kulinarisches. Der Kitaförderverein Wiesenburg und auch das Fläminggymnasium Bad Belzig boten Kaffee und leckeren Kuchen an. Der Erlös fließt in geplante Projekte, beim Kitaförderverein vor allem in Spielzeug für den Außenbereich. Wer lieber etwas Herzhaftes wollte, konnte sich Fisch, Würstchen und andere Leckereien schmecken lassen. Auch für die Jüngsten war bestens gesorgt mit Puppenspiel und künstlerischer Betätigung im Handwerkskeller. Den größten Zulauf hatte aber wohl der Eismann – dort fand man die längste Schlange. Und auch das Storchenpärchen auf dem Schornstein der alten Brennerei ließ sich durch den Trubel nicht stören, es zeigte sich zumindest ab und zu den Besuchern.

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