Spurensuche in der Wüste

Eva Loth

Bereits zum 8. Mal üben sich Interessierte in Hohen Fläming im Spurenlesen. Dabei werden nicht nur Spuren einheimischer Wildarten, sondern auch wieder die des Wolfes gefunden. Die Wildnisschule Hoher Fläming will mit diesen Aktionen unter anderem auch zum Thema Wolf sensibilisieren. Dabei ist man nicht auf die Begegnung mit dem Wolf aus, sondern will das Verhalten des Wolfes auf Grund von Spuren nachvollzeihen. Paul Wernicke, der die Exkursionen leitet, ist sich durchaus  bewusst, dass es einen extremen Gewissenskonflikt gibt, da auch Jäger, Tierhalte und Hundehalte betroffen sind. Man komme aber nicht drum herum, sich über den Umgang mit dem Wolf Gedanken zu machen. Derzeit ist er mit 25 Teilnehmern unterwegs, alles Erwachsene, die aus dem Land Brandenburg und Berlin, aber auch aus Münster und Halle kommen. Einige waren schon öfter dabei, sind also erfahren im Spuren lesen, andere sind das erste Mal dabei, viele hat die Neugier getrieben, mehr über den Wolf zu erfahren. Die Einmaligen Wanderungen gibt es nur 1 mal im Jahr, dabei wird auf den Wegen gelaufen, immer mit Genehmigung der jeweiligen Waldbesitzer und Revierförster. Es wird die Beobachtungsgabe geschult und so auch die Angst vor dem Tier genommen. Aber die Wanderungen entromantisieren auch, denn man muss begreifen, dass der Wolf ein ernstzunehmender Beutegreifer ist, der alle vor Konflikte stellt, für die es keine einfache Lösung gibt. Die Wanderungen bei starkem Frost werfen die Frage auf, ob sich bei diesem gefrorenen Boden überhaupt Spuren finden lassen. Da es im Fläming aber fast nur Sandböden gibt, ist das durchaus der Fall, denn Sandböden gefrieren nicht.

Während in unseren Regionen das Spurenlesen oft nur aus Interesse praktiziert wird, ist es in anderen Regionen der Erde überlebenswichtig. So durfte Paul Wernicke an einem Pilotprojekt in der Wüste Kalahari teilnehmen. Einen Monat lang lebte er gemeinsam mit anderen Teilnehmern sozusagen Hütte an Hütte mit den ältesten Fährtenleservölkern der Welt. Es war ein interkultureller Austausch über Leben und Kultur. Was in Deutschland der Wolf ist, ist dort Löwe, Elefant, Hyäne und auch giftige Schlangen. Bei jedem Schritt in den Dschungel warten auf die dort Lebenden Jäger und Sammler tödliche Gefahren. Dort ist also das lesen und vor allem das Deuten der gefundenen Spuren viel wichtiger als bei uns, denn es können sowohl das Leben, als auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln davon abhängen. Ein einziger wild gewordenen Elefant kann die Nahrung für ein ganzes Jahr vernichten. Dennoch leben die Völker dort nicht völlig abgeschnitten von der Außenwelt. Sie besitzen durchaus Handys und andere technische Geräte, um zu wissen, was in der Welt vor sich geht. Aber sie leben dafür, ihr kulturelles Erbe zu schützen, auch wenn sie in einer der wasserärmsten Regionen unter für uns unvorstellbaren Bedingungen leben. Trotzdem sind sie freundlich, aufgeschlossen und durchaus nicht abgeschottet.  So war der Erfahrungsaustausch nicht einseitig, sondern beiderseitig geprägt und eine tolle Erfahrung, sagt Paul Wernicke.

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