Weltgebetstag 2017

Eva Loth

Wer an die Philippinen denkt, denkt zuerst sicher an blaue Strände, Palmen und mehr. Im letzter Zeit sind jedoch eher negativer Ereignisse in den Vordergrund gerückt, neben Tsunamis und Vulkanausbrüchen zuletzt die Ermordung eines deutschen Touristen und seiner Frau.  Auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung sind in keinster Weise mit denen bei uns zu vergleichen. Nicht zuletzt deshalb stand der diesjährige Weltgebetstag, der von philippinischen Frauen vorbereitet wurde, unter dem Thema: Was ist denn fair?

Auf Zusammenkünften in aller Welt bezeugten Christen am vergangenen Freitag ihre Solidarität mit der philippinischen Bevölkerung. So auch in Wiesenburg. Pfarrer Stephan Schönfeld erzählte mit Bildern über das Leben auf den 7107 Inseln, die zu dem Inselstaat gehören. Mit 36239 km haben die Philippinen die längste Küstenlinie der Welt. Man spricht dort 80 verschiedene Sprachen und Dialekte. Der erste nachweisliche Kontakt mit dem Westen war die Landung des portugiesischen Seefahrers und Weltumseglers in spanischen Diensten, Ferdinand Magellan, auf der Insel Homonhon südöstlich der Insel Samar, die auf den 16. März 1521 datiert ist. Er nannte die Inseln Islas de San Lázaro – Sankt-Lazarus-Inseln, da an diesem Tag das Fest zu Ehren des Heiligen Lazarus gefeiert wurde. Nachdem sie weiter in den Archipel vorgedrungen waren, schüchterten er und seine Leute die lokalen Stammesfürsten und Rajah Humabon, den König von Cebu, mit dem Artillerie-Feuer der gesamten Expeditions-Flotte und Kriegsdrohungen ein, und bekehrten den Rajah und viele seiner Gefolgsleute zum Christentum. Ein Dorf, das sich der Christianisierung verweigerte, ließ Magellan niederbrennen. Bei einem Überfall im Morgengrauen auf den nicht zur Unterwerfung bereiten Stammesführer der Nachbarinsel Mactan wurde Magellan, vermutlich durch die Hand des Kriegerhäuptlings Lapu Lapu selbst, zusammen mit vielen seiner Männer getötet. Mit der Expedition  von Miguel López de Legazpi wurden im Jahre 1565 die ersten ständigen spanischen Siedlungen auf den Inseln von Cebu gegründet. Weitere Niederlassungen folgten, während sich die spanischen Kolonisten nordwärts bewegten und die Bucht von Manila auf der Insel Luzon erreichten. In und um Manila wurden in der Folge zahlreiche neue Ortschaften gegründet, die die Ära des spanischen Kolonialreiches einläuteten, das die Philippinen für mehr als drei Jahrhunderte regierte. Auch nach den Unabhängigkeit 1898 blieben die Philippinen weiter unter starkem Einfluss der USA, welche auch heute noch deutlich zu spüren ist.

Die Philippinen sind ein Land der Extreme: Auf der einen Seite Naturschönheiten wie Urwälder, Riffe und Weltkulturerbe – Stätten wie die Reisterrassen von Banaue, auf der anderen Seite zerstörerische Naturgewalten wie Vulkane, Taifune und Überschwemmungen. Die Inselgruppe weist eines der artenreichsten Öko-Systeme der Welt auf und doch ist dieses akut bedroht von Abholzung, Überfischung und wachsender

Umweltverschmutzung. Die Gesellschaft ist geprägt von einer extremen Ungleichheit zwischen Arm und Reich: Zeitweise starkem Wirtschaftswachstum, moderner Industrie, boomendem Dienstleistungssektor und luxuriösen Shopping-Malls in den

Städten stehen krasse Armut, Perspektivlosigkeit auf dem Land und städtische Slums mit mangelnder Strom- und Wasserversorgung gegenüber. Frauen hatten zu vor-kolonialen Zeiten wichtige Positionen in der Gesellschaft inne, in den letzten Jahrzehnten gab es zwei Präsidentinnen, die philippinische Verfassung gilt bezüglich Frauenrechten als asienweit vorbildlich und Frauen spielen in Familie, Politik, Arbeitsleben und Gemeinde eine bedeutende Rolle. Dennoch haben es Frauen und Mädchen in der männlich dominierten post-kolonialen, religiös geprägten Gesellschaft besonders schwer; geschlechterspezifische Diskriminierung und Gewalt sind allgegenwärtig, Frauen haben überdurchschnittlich oft unterbezahlte und kaum abgesicherte Jobs.

Zum Weltgebetstag erzählten 3 Frauen über ihre schweren Arbeits- und Lebensbedingungen. Und auf die Frage: Ist denn das fair, muss man eindeutig mit Nein antworten. Gemeinsame Gebete und Lieder schufen auch in Wiesenburg eine Verbindung zu den philippinischen Frauen. Die eingängigen Melodien gingen ins Ohr und konnten fast sofort von allen mitgesungen werden. Zum Abschluss gab es Kostproben aus der philippinischen Küche. Die Mitglieder des Kirchenchores hatten sich im Vorfeld einige Rezepte ausgesucht und präsentierten und erläuterten den Anwesenden Zutaten und Zubereitungsweise. Alle waren sich einig – es ist dort eine ziemlich süße Angelegenheit, da viel mit Obst gekocht wird.

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