Berliner Bands zu Gast auf dem Reetzival

Eva Loth

Kirchenmusikerin Adelheid Flemming nahm es gelassen, dass die reparaturbedürftige Orgel in der Reetzer Kirche nicht alle Töne produzierte. „Die Töne, die fehlen, denken Sie sich einfach“, erklärte sie zu Beginn ihres Spiels den Zuhörern. Die Orgelmatinee war Bestandteil des nunmehr 4. Reetzivals auf dem Sensthof und obendrein ein kleines Wunschkonzert. Die Besucher konnten sich Lieder zum Mitsingen wünschen, zwischendurch spielte ADELHEID Flemming Kirchenmusik.  Diese Variante kam beim Publikum sehr gut an. Gleich anschließend gab Monika Giesa von der Naturheilpraxis AKAMOS aus Lehnsdorf ein Klangschalenkonzert. Eine Klangschale ist eine Schale aus Bronze, die angeschlagen oder angerieben Töne erzeugt. Sie wird oft zur Meditation, zur Klangtherapie und zur Klangmassage verwendet. Die Töne gleichen teilweise einem sehr leisen Glockenklang und die Wirkung konnte durch das Eintreten in eine große Schale am eigenen Körper erfahren werden.

Ab Mittag gab es auf dem Sensthof wieder viel zu erleben. Bereits am Vortag fand das traditionelle Musikfestival statt, wo sich junge Musiker vorstellen und ihre Musik darbieten konnten. Am Abend platzte der Sensthof aus allen Nähten. „Es waren bestimmt 400 Leute da“ so Dieter Wankmüller. Besonders interessant für die Einheimischen: Auch ein junger Reetzer, nämlich Jonas Siemoneit, spielte mit in seiner Band „Mellow Mind“ und ihm war natürlich der Beifall gewiss. Gut ausgewählte Coversongs und auch selbstgeschriebene Musik bereicherten das Reetzival auf großartige Weise.

Aber man konnte an diesem Wochenende auch noch etwas lernen. So begann um die Mittagszeit ein Workshop mit Dr. Wolfgang Tentscher zur „Destillation von ätherischen Ölen aus Lavendel“. Mit diesem  Verfahren ist, im Gegensatz zu Frankreich, in Deutschland nicht gestattet, große Mengen herzustellen, obwohl Dr. Wolfgang Tentscher in diesem durchaus eine Möglichkeit für die ökologische Landwirtschaft sieht. Ungenehmigte Destillation von heimischen Kräutern und auch von Obst in größeren Destillen als 0,5 Liter wird in Deutschland (und vielen anderen Ländern) als kriminelle Tat geahndet. In der Schweiz darf man als Hobby-Destillateur immerhin Brennkessel bis zu 3 Litern einsetzen. Deshalb wurde auf dem Sensthof auch nur die Verfahrensweise erläutert und dargestellt. Mit einer selbst entwickelten Apparatur konnten die Zuschauer sehen, wie aus fein gehackten Lavendelblüten und Stengeln wenige Milliliter Öl entstanden. Zumindest zog der angenehme Duft quer durch die Ortsmitte. Andere kräuterinteressierte begaben sich mit Julia Henze von der Heilpraxis AKAMOS aus Lehnsdorf auf Kräutertour über den Sensthof. Dabei lernte man viel über das, was die meisten eigentlich als Unkraut bezeichnen würden und dessen Verwendung. So waren viele erstaunt, wozu man die derzeit oft an Wegrändern wachsende Goldrute verwenden kann. Man kann sie als Tee trinken, vor allem die kanadische Goldrute kann man zerstampft auf Insektenstiche legen. Manche Indianer kauen die Blüten auch bei Halsentzündungen. Ebenfalls wurde aus den Äpfeln des Sensthofes frischer Apfelsaft mit einer selbst gebauten Presse gewonnen. Und so manch einer merkte: das ist doch ganz schön anstrengend.

So ging ein unterhaltsames, aber auch lehrreiches Wochenende, bei Kaffee, Kuchen und leckerer Gemüsesuppe zu Ende und gleichzeitig wurden sofort Verabredungen für das nächste Reetzival getroffen.

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